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B-Junioren verspielen gegen die B2 der JFG-Wertachtal eine 3:0 Führung und trennen sich am Ende leistungsgerecht 3:3. Das Ausgleichstor viel ganz bitter direkt vor dem Schlusspfiff.

C-Junioren kommen gegen Mindelheim nach anfänglich gutem Start und einem Zwischenstand von 1:1 noch gehörig unter die Räder – Endstand 1:11

Infoveranstaltung des Bündnis Neue Turnhalle

am 16.09.14 – 20.00 Uhr im Sportheim Schlingen.

Alle Interessierten sind hierzu recht herzlich eingeladen.

Plakat Infoveranstaltung Schlingen

 


Tag der offenen Tür beim Wasserkraftwerk Bad Wörishofen am

Sonntag 14.09.2014, von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Bewirtung durch die Vereine SV Schlingen und FSV Kirchdorf

Alle Interessierten sind hierzu recht herzlich eingeladen.


Das Recht zu spielen

Bericht der Mindelheimer Zeitung vom 29.08.2014.
VON JULIA BUCHMAIER

Schlingen

Auf  dem  Trainingsplatz des SV Schlingen stehen sich Team Orange und Team Grün gegenüber. Ein Fehler von Mour Mbengue (27) und schon hat das orange Team wieder  den  Ball.  Spielertrainer  Nico Notbom  läuft  zum  Spielfeldrand.

„Papa, kannst du Mour sagen: Nur drei  Ballkontakte?“,  fragt  er  auf Englisch. Papa Cheikh Dioj springt von seiner Bank. „Mour, trois contacts!“, ruft er einem  Landsmann auf  Französisch  zu  und  hält  drei Finger in die Luft. Mour nickt. Verstanden.  Es  sollte  Papas  einziger Einsatz  als  Übersetzer  an  diesem Abend bleiben. Die Verständigung zwischen den zwei  neuen  Senegalesen  und  dem restlichen  Team  des  SV  Schlingen klappt nämlich schon sehr gut. „Die Zwei  haben  schon  eine  brutal  gute Auffassungsgabe“,  sagt  Spielertrainer Notbom über seine Neuzugänge.  Oft  reichen  ein  paar  deutsche Worte, ein Zeichen oder ein einziges Mal  Zuschauen  und  sie  verstehen die  Übung.  Die  jüngeren  Spieler oder der Trainer sprechen gut Englisch und zur Not ist Papa immer dabei und springt als Übersetzer ein. Mour  Mbengue  und  Mamadou

Coulibali (18), genannt „Ibu“, sind vor rund vier Monaten in Deutschland  angekommen  und  derzeit  im Asylbewerberheim in Rieden untergebracht.  Mour  Mbengue  hat  vorher schon zwei Jahre in Belgien gelebt,  Mamadou  Coulibali  gelangte mit  dem  Boot  von  Marokko  nach Spanien  und  von  dort  aus  nach Deutschland.  In  ihrem  Heimatland haben  sie  mit  dem  Fußballspielen begonnen,  Mour  Mbengue  beispielsweise trainierte in einer Fußballschule und war gleichzeitig in einem Verein aktiv. Fußball  in  Deutschland  sei ganz  anders  als  im  Senegal, sagt  er,  hier  in  Deutschland hätten  die  Vereine  viel mehr  finanzielle  Mittel zur  Verfügung.  Dazu kommt  das  Klima  im Senegal:  Bei  40  Grad jeden Tag von Montag bis Samstag ohne größere  Pausen  zu  trainieren – das ist die Art von Training, die die beiden aus der Heimat kannten. Beim SV Schlingen ist das  anders.  Mour  Mbengue  und Mamadou Coulibali hatten bereits in mehreren Teams und Vereinen mit trainiert, doch nirgendwo hat es ihnen  so  gut  gefallen  wie  beim  SV Schlingen,  sie  fühlten  sich  sofort wohl  und  willkommen.  Trainer Nico Notbom kann sich noch gut an das  erste  Treffen  erinnern:  „Sie standen  einfach  in  der  Kabine  und wollten mitspielen“, erzählt er und lacht. „Da ist es doch ganz egal ob jemand  schwarz,  weiß,  gelb  oder was auch immer ist, die wollen doch einfach nur Fußball spielen.“

Damit die Senegalesen offiziell ins Team  aufgenommen  und  auch  in Ligaspielen  eingesetzt  werden konnten,  musste  der  SV  Schlingen für  sie  einen  sogenannten  internationalen Freigabeschein beantragen. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) setzte sich dafür mit dem Afrikanischen  Nationalverband  in  Verbindung. Erst dann erhielten die Spieler vom Bayerischen Fußball Verband (BFV) das Spielrecht. Zwar  zog  sich  dieses  Verfahren etwas hin, aber Mbengue und Coulibali stießen erst Ende der vergangenen  Saison zum Team. Für Organisatorisches  blieb also  genügend Zeit. „Wir wollen die  beiden  so  gut wie möglich integrieren“, sagt Trainer Notbom. Also legten die Spieler für Mbengues  neue  Fußballschuhe oder  einen  Ausflug  in  die  Therme Bad  Wörishofen  zusammen  und misteten  ihre  Trainingsklamotten aus,  um  den  beiden  etwas  abzugeben. Trainer Nico Notbom will sie beide offensiv einsetzen, dann können sie sich untereinander gut verständigen. Im Team des SVS sind sie schon jetzt eine feste Größe: In den Testspielen erzielten beide ihre ersten Tore, Coulibali rettete dem SV Schlingen  im  ersten  Punktspiel  in der  B-Klasse  mit  seinem  Tor  das 1:1-Unentschieden  gegen  den  TSV Pfaffenhausen. Auch den ersten Titel in Deutschland haben sie schon eingefahren:  Bei  den  Spielen  ohne Grenzen  vor  ein  paar  Wochen  gewann das Team Senegal haushoch. Die Trainingsabende in Schlingen sind für die drei Asylbewerber eine willkommene Abwechslung und bedeuten ihnen viel: „Wir können im Moment  nur  warten, essen und schlafen“, sagt Mour Mbengue, „da ist es doch besser, Fußball zu spielen.“